- Mittendrin -

Herbst

Im Herbst muss man Kastanien aufheben,
die braun aus stachliger Schale streben;
man sammelt und sammelt um die Wette
und fädelt sie zu einer endlosen Kette.

Im Herbst muss man Haselnüsse essen,
das darf man auf keinen Fall vergessen!
Man muss sich beeilen, denn das Eichhörnchen mag sie auch
und plündert mit Windeseile den Strauch.

Im Herbst muss man Äpfel und Birnen schmausen,
doch nicht aus des Nachbarn Garten mausen.
Man muss sich mit eignen Früchten befassen
oder sich nicht erwischen lassen.

Im Herbst muss der bunte Drachen steigen.
Man muss ihm den Weg in den Himmel zeigen.
Dann schwebt er hoch über Nachbars Dach
und man reckt den Hals und schaut ihm nach.

                                                    Ilse Kleberger

Schön, dass unser Schulhof den Kindern ein unversehrtes „Wäldchen“ bieten kann, in dem sie täglich Naturerfahrungen durch die Jahreszeiten hindurch machen können. Es lädt ein zum Spielen, Verweilen, Ausruhen und ist besonders im Herbst für kleine „Waldarbeiter“ seit jeher ein beliebter Tummelplatz.

Herbst01

Herbst02

Herbst03

Winter

Vom Norden der Winter kam heut in der Nacht.
Was hat er der Stadt alles mitgebracht?
Dem Mann auf dem Denkmal einen schneeweißen Hut,
der Turmuhr eine Mütze, die steht ihr sehr gut,
der Tanne im Park einen Pelz aus Hermelin,
der Fensterscheibe Blumen, die trotz Eis und Kälte blühn,
den Dachrinnen Bärte und der Pumpe einen Zopf,
den Kindern rote Nasen und `nen Schneeball an den Kopf.

                                                    Ilse Kleberger

Winter0910

Winter0910

Winter0910

Winter0910

Winter0910

Winter0910

Winter0910

Winter0910

Winter0910

Vom Büblein auf dem Eis

Gefroren hat es heuer
noch gar kein festes Eis.
Das Büblein steht am Weiher
und spricht so zu sich leis:
Ich will es einmal wagen,
das Eis, es muss doch tragen,
wer weiß?

Das Büblein stampft und hacket
mit seinen Stiefelein.
Das Eis auf einmal knacket,
und krach, schon bricht’s hinein!
Das Büblein platscht und krabbelt
als wie ein Krebs und zappelt
mit Schrei’n.

O helft, ich muss versinken
in lauter Eis und Schnee!
O helft, ich muss ertrinken
im tiefen, tiefen See!
Wär nicht ein Mann gekommen,
der sich ein Herz genommen,
o weh!

Der packt es bei dem Schopfe
und zieht es dann heraus,
vom Fuße bis zum Kopfe
wie eine Wassermaus.
Das Büblein hat getropfet,
der Vater hat’s geklopfet
zu Haus.

                                                    Friedrich Güll

Winter0910

Winter0910

Winter0910

Winter0910

Winter0910

Eislauf

Heute, Kinder, wolln wir’s wagen!
Heute wird das Eis wohl tragen,
darum los, wer laufen kann!
Mütze auf und Schlittschuh‘ an!

Ach, so wohlig sich zu wiegen,
Schwalben gleich dahin zu fliegen,
auf und ab im Sonnenstrahl,
blank das Eis und blank der Stahl!

Müllers Max und Schneiders Fritze
mit der braunen Pudelmütze,
wie sie schwenken und sich drehn!
Habt ihr sowas schon gesehn?

Hoch das Bein und kühn im Bogen
kommen sie herangeflogen,
eins – zwei – drei und wie der Blitz –
bums! Da liegt der Schneider Fritz.

                                                    Adolf Holst

Winter0910

Winter0910

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Winter0910

Winter0910

Winter0910

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